
Nasenarbeit an Silvester: So unterstützt Du Deinen Hund
Draußen knallen die ersten Böller, die Spaziergänge werden kürzer und Dein Hund soll am besten den ganzen Tag auf dem Sofa liegen. Schließlich muss er ja zur Ruhe kommen.
Klingt vernünftig?
Nicht unbedingt!
Denn auch an Silvester braucht Dein Hund sinnvolle Beschäftigung. Und gerade dann, wenn draußen alles laut und ungemütlich wird, kann die Nase Deines Hundes zu einem richtig guten Beschäftigungsprogramm werden.
Mein Motto lautet deshalb auch an Silvester: Erst Auslastung – dann Ruhe!
Und eben nicht Ruhe statt Auslastung.
Warum ausgerechnet Nasenarbeit?
Ich beschäftige mich seit über 40 Jahren mit der Ausbildung von Suchhunden. Vom sportlichen Fährtenhund über Dienst- und Rettungshunde bis hin zum Mantrailing und Object Trailing.
Und eines haben all diese Hunde gemeinsam:
Sie arbeiten mit ihrer Nase.
Dabei geht es nicht einfach darum, irgendwo ein paar Leckerchen zu finden.
Ein Hund, der konzentriert einer Geruchsspur folgt oder eine bestimmte Geruchsquelle sucht, muss Informationen aufnehmen, verarbeiten und selbstständig Entscheidungen treffen.
Das erfordert Konzentration und kann richtig anstrengend sein.
Und genau deshalb kann Nasenarbeit eine wunderbare Möglichkeit sein, Deinen Hund auch dann sinnvoll zu beschäftigen, wenn längere Spaziergänge gerade keine gute Idee sind.
Zehn Minuten konzentrierte Suche statt einer Stunde durch die Knallerei!
Stell Dir vor, Dein Hund ist normalerweise jeden Tag ausgiebig draußen unterwegs.
Er schnüffelt, erkundet seine Umgebung und bekommt jede Menge neue Eindrücke.
Doch plötzlich beginnt die Silvesterzeit.
Schon am Nachmittag knallt es irgendwo. Dein Hund wird unsicher und möchte vielleicht gar nicht mehr lange draußen bleiben.
Und jetzt?
Natürlich solltest Du Deinen Hund nicht durch die Knallerei zwingen, nur damit er seine gewohnte Gassirunde bekommt.
Aber deshalb muss er noch lange nicht auf sinnvolle Beschäftigung verzichten!
Eine kurze, konzentrierte Suchaufgabe in Deiner Wohnung kann eine hervorragende Alternative sein.
Denn nicht die zurückgelegten Kilometer entscheiden darüber, ob Dein Hund sinnvoll ausgelastet ist!
Ein Hund kann nach einer anspruchsvollen Nasenarbeit zufrieden und angenehm müde sein, obwohl er dabei kaum Strecke zurückgelegt hat.
Natürlich ersetzt das nicht grundsätzlich Bewegung und Spaziergänge.
Aber gerade für einige Tage rund um Silvester kann es eine wertvolle Ergänzung sein.
Suchen macht müde – und kann beim Entspannen helfen
Wer schon einmal mit einem Hund intensiv Fährtenarbeit, Mantrailing oder Object Trailing trainiert hat, kennt das vielleicht.
Der Hund arbeitet konzentriert, löst seine Aufgabe und bekommt am Ende seine Belohnung.
Anschließend legt er sich hin und schläft erst einmal eine Runde.
Warum?
Weil konzentrierte Sucharbeit geistige Anstrengung bedeutet.
Der Hund muss Geruchsinformationen verarbeiten, Entscheidungen treffen und sich über einen gewissen Zeitraum auf eine Aufgabe konzentrieren.
Und genau das kann zu einer angenehmen Ermüdung beitragen.
Ein sinnvoll beschäftigter Hund findet anschließend häufig leichter zur Ruhe.
Das ist besonders interessant für die Silvesterzeit.
Denn wenn wir unseren Hunden tagsüber eine passende Beschäftigung anbieten, können wir ihnen helfen, trotz kürzerer Spaziergänge einen ausgeglichenen Tagesablauf zu behalten.
Aber bitte nicht falsch verstehen:
Nasenarbeit ist kein Beruhigungsmittel!
Ein Hund mit ausgeprägter Geräuschangst wird nicht automatisch entspannt, nur weil er vorher zehn Minuten gesucht hat.
Und wenn Dein Hund bereits in Panik ist, solltest Du ihn selbstverständlich nicht zum Suchen zwingen.
Dann braucht er Sicherheit, Rückzug und gegebenenfalls tierärztliche Unterstützung.
Mantrailing, Fährte oder Object Trailing – was eignet sich an Silvester?
Wer bereits aktiv Suchhundetraining betreibt, hat natürlich verschiedene Möglichkeiten.
Mantrailing
Beim Mantrailing folgt Dein Hund der Individualgeruchsspur eines Menschen.
Eine großartige Beschäftigung, die Konzentration und selbstständiges Arbeiten erfordert.
Allerdings findet Mantrailing normalerweise draußen statt.
Und genau das kann rund um Silvester problematisch werden.
Wenn in Deiner Umgebung bereits geböllert wird, solltest Du nicht unbedingt noch einen anspruchsvollen Trail durch die Innenstadt legen.
Auch ein gut ausgebildeter Suchhund kann sich durch einen unerwarteten Knall erschrecken.
Fährtenarbeit
Auch die klassische Fährtenarbeit ist eine hervorragende Möglichkeit, Hunde geistig und körperlich zu beschäftigen.
Gerade die konzentrierte Ausarbeitung einer Fährte kann anspruchsvoll sein.
Aber auch hier gilt:
Wenn draußen bereits die Böller fliegen, ist das vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt für eine ausgedehnte Trainingsfährte.
Verschiebe das Training lieber auf einen ruhigeren Tag.
Object Trailing
Beim Object Trailing folgt Dein Hund einer individuell gelegten Geruchsspur bis zu einem Gegenstand.
Das Schöne daran:
Du kannst Object Trailing selbstständig trainieren und brauchst dafür keine Versteckperson.
Je nach Ausbildungsstand sind sogar kleine Übungen im eigenen Haus oder in der Wohnung möglich.
Damit ist Object Trailing gerade in der Silvesterzeit eine interessante Beschäftigungsmöglichkeit.
Scent Detection – Geruchssuche im Wohnzimmer
Und jetzt kommen wir zu einer besonders einfachen Möglichkeit.
Bei der Scent Detection lernt Dein Hund, eine bestimmte Geruchsquelle gezielt zu suchen.
Dafür brauchst Du zunächst weder eine große Trainingsfläche noch eine Versteckperson.
Schon mit einer kleinen Geruchsbox und einer hochwertigen Belohnung kannst Du einfache Suchaufgaben im Wohnzimmer aufbauen.
Dein Hund lernt, seine Nase gezielt einzusetzen und selbstständig eine Geruchsquelle zu finden.
Und genau das kann eine tolle Beschäftigung sein, wenn draußen die Knallerei losgeht.
Die Nase Deines Hundes funktioniert schließlich auch im Wohnzimmer!
Aber bitte nicht erst um Mitternacht anfangen!
Jetzt kommt ein Punkt, der mir besonders wichtig ist.
Wenn Dein Hund noch nie gezielt nach einer Geruchsquelle gesucht hat, solltest Du nicht ausgerechnet an Silvester um 23:45 Uhr mit dem Training beginnen.
Neue Aufgaben müssen erst verstanden werden.
Deshalb empfehle ich Dir, schon einige Wochen vorher mit einfachen Suchübungen anzufangen.
Beginne mit kleinen, verständlichen Aufgaben und vielen Erfolgserlebnissen.
Wenn Dein Hund verstanden hat, was er tun soll, kannst Du die Anforderungen langsam steigern.
So wird aus einer neuen Übung eine vertraute Beschäftigung.
Und gerade vertraute Aufgaben können in ungewohnten Situationen hilfreich sein.
Die Aufgabe soll Deinen Hund beschäftigen – nicht zusätzlich stressen!
Auch Suchhunde können Angst vor Feuerwerk haben!
Das wird manchmal vergessen.
Nur weil ein Hund regelmäßig Mantrailing macht, sportliche Fährten ausarbeitet oder als Spürhund eingesetzt wird, bedeutet das nicht, dass er automatisch schussfest oder unempfindlich gegenüber Feuerwerk ist.
Ein Hund kann hervorragend suchen und trotzdem Angst vor Böllern haben.
Denn Silvesterfeuerwerk ist etwas völlig anderes als eine kontrollierte Trainingssituation.
Unvorhersehbare Knallgeräusche, Lichtblitze, Vibrationen und die allgemeine Unruhe können auch einen erfahrenen Suchhund belasten.
Deshalb gelten für unsere Suchhunde genau die gleichen Sicherheitsregeln wie für jeden anderen Hund.
Rechtzeitig sichern, aufmerksam bleiben und unnötige Risiken vermeiden!
Auch der zuverlässigste Suchhund gehört in der Silvesterzeit in ungesicherten Bereichen an die Leine.
Erst Auslastung – dann Ruhe!
Vielleicht kennst Du diesen Satz bereits von mir.
Er begleitet meine Arbeit als Hundetrainer seit vielen Jahren.
Und gerade an Silvester passt er hervorragend.
Denn ich halte wenig davon, einen Hund vorsorglich tagelang nur noch ruhigzustellen, obwohl er durchaus noch Freude an sinnvoller Beschäftigung hätte.
Natürlich brauchen Hunde Ruhe.
Aber Ruhe und Auslastung sind keine Gegensätze.
Im Gegenteil.
Eine passende Beschäftigung kann dazu beitragen, dass Dein Hund anschließend zufrieden und ausgeglichen ruht.
Dabei kommt es nicht darauf an, ihn möglichst lange oder intensiv zu beschäftigen.
Es geht um die richtige Aufgabe im richtigen Moment.
Lieber ein paar Minuten konzentrierte Nasenarbeit mit einem zufriedenen Hund als unnötiger Stress bei einer langen Gassirunde durch die Knallerei!
Und wie bereitest Du Deinen Hund auf Silvester vor?
Nasenarbeit ist natürlich nur ein Teil der Vorbereitung.
Mindestens genauso wichtig sind die richtige Sicherung, ein sinnvoll aufgebautes Geräuschtraining und der passende Umgang mit einem Hund, der tatsächlich Angst zeigt.
Was machst Du beispielsweise, wenn Dein Hund sich unter dem Bett versteckt?
Darfst Du ihn trösten?
Wie kannst Du ihn an Feuerwerksgeräusche gewöhnen, ohne ihn zu überfordern?
Und was solltest Du unbedingt vermeiden, damit Dein Hund nicht in Panik davonläuft?
Genau diese Fragen beantworte ich in meinem neuen SPURWERK Silvester-Minikurs.
Silvester mit Hund – entspannt und sicher ins neue Jahr!
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Warte nicht, bis der erste Böller knallt!
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Dein Wolle
SPURWERK – Suchhundetraining neu gedacht.
Erst Auslastung – dann Ruhe!
